Das 11. Gebot: Du sollst nicht mit falschen Preisangaben werben!

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Noch im Juli des vergangenen Jahres kündigte Amazon in den USA eine Änderung seiner Preisstrategie an. Man wolle, so hieß es seinerzeit, auf den Produktseiten zunehmend darauf verzichten, den Listenpreis als Vergleichspreis anzuzeigen.

Eine stichprobenartige Untersuchung über 2 Jahre in Kanada offenbarte nun, dass viele der „angeblichen Listenpreise“, die zum Vergleich herangezogen wurden, nicht den tatsächlichen Marktpreisen entsprachen.

Hohe Strafzahlungen in Kanada
Jene Irreführung wurde dem Konzernriesen nun in Kanada zum Verhängnis. Die kanadische Wettbewerbsbehörde verdonnerte Amazon zu einer Strafe in Höhe von einer Million kanadischer Dollar plus 100.000 Dollar Verfahrenskosten. Amazon gelobt indes Besserung.

Zum Vergleich: In Deutschland ist es gängige Praxis, dass Amazon die unverbindliche Preisempfehlung als Vergleichspreis abbildet und damit seine in der Regel deutlich niedrigeren Preise besonders in Szene setzt. Zusätze wie „Sie sparen…“ oder „Befristetes Angebot“  sorgen für weiteren Druck und suggerieren dem Kunden mitunter astronomische Ersparnisse fern der Realität.

Was lernen wir daraus?
In Zeiten von Cyber-Monday, Black-Friday und Co. sollten die Verbraucher wieder lernen, mehr Ruhe beim Onlineshoppen zu bewahren.  Nicht jedes Angebot ist das, was es scheint, und sog. Blitz-Deals erweisen sich hinsichtlich des Preises in vielen Fällen als kaum unterscheidbar vom sonstigen Preis. Gute Angebote gibt es bei genauerer Betrachtung das ganze Jahr über. Wer vergleicht, ist klar im Vorteil, aber kaufen um jeden (Vergleichs-)Preis ist ökonomisch blanker Unsinn. Und die Händler?

„Argumente schlagen Rabatte“
sagt der deutsche Autor und Vortragsredner Hermann Scherer. Man kann nur hoffen, dass unsere Händler begriffen haben, dass man mit falschen oder irreführenden Vergleichspreisen Kundenvertrauen verspielt. Wer gute Argumente für seine Produkte und Dienstleistungen hat, braucht beim Preis nicht zu tricksen.

Um seriösen Handel zu betreiben, ist die Abkehr von phantastischen Mondpreisen Gebot. Wer hingegen die aktuellen Marktpreise kennt, ausweist und in der Lage ist, diese zu unterbieten, der kann ruhigen Gewissens mit dem „besten Preis“ werben. Die aktuellen Marktpreise gibt´s bei preismonitoring.de.

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