E-Commerce ohne Strategie: Media Markt goes eBay

E-Commerce ohne Strategie: Media Markt goes eBay

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Der aufmerksame Leser weiß, dass Media Markt ein gern gesehener Gast auf diesem Blog ist. Ein Rückblick: Im Jahre 2007 machte Media Markt einen Rückzieher vom Online-Geschäft – man wolle sich lieber auf das Filialgeschäft konzentrieren. 2010 entschied man sich dann, den Online-Riesen Amazon und eBay die Stirn zu bieten. Werbung für die eigenen Produkte beim ehemaligen Konkurrenten gab es dann 2013.

Die Gegenwart: eBay als Handelsplattform wird entdeckt! Der neueste Coup der Ingolstädter ist ein regulärer eBay-Shop für Neu- und Markenware. Das gesamte Online-Sortiment, immerhin 52.000 Artikel, stellt der Elektronik-Händler den über 16 Millionen potentiellen deutschen Kunden zur Verfügung.

Dabei ist diese Idee keineswegs neu: IT-Versandkonkurrent Alternate hatte bereits vor 11 Jahren einen ähnlichen Gedanken – allerdings für B-Ware und unter einem anderen Markennahmen (Olano). Der Unterschied liegt darin, dass Alternate sich durch diesen Web-Shop einen Kanal geschaffen hat, ohne Beschädigung seiner Marke B-Ware in den Handel zu bringen. Ganz im Gegensatz zu Media Markt; denn dort droht eine Kannibalisierung des eigenen Web-Shops.

Ob Media Markt das Fischen im großen eBay-Teich bekommt, hängt insbesondere davon ab, wie sich der Konzern mit den mächtigen Geschäftsführern in den Filialen vor Ort geeinigt hat. Wenn diese das Modell nicht unterstützen wird der Erfolg ausbleiben. Alles in allem gleicht die Aktion eher einer Stolpertour durch den E-Commerce.

Es bleibt zu hoffen, dass Peter Marwan am Ende nicht doch recht behält. Der stellte vor nunmehr sechs Jahren lapidar fest: E-Commerce und Media Markt – das waren bisher zwei Welten, die nicht recht zueinander passten.“

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Adidas schockt die eCommerce-Welt

Adidas hat als erster Hersteller in Deutschland die Reißleine gezogen – man wird künftig keinen Händler mehr beliefern, der Adidas-Waren auf amazon und/oder eBay verkauft.

Und warum das Ganze? Vordergründig lautet der Kommentar, die eigenen Produkte könnten nicht adäquat auf diesen Handelsplattformen in Szene gesetzt werden.

Na ja, Nachtigall ick hör Dir trapsen ….

Vielleicht ist es ja doch eher so: Weil der Sportartikelhersteller die Erfahrung gemacht hat, dass insbesondere diese beiden Handelsplattformen die Preise kaputt machen respektive eine Preisdisziplin seitens der Händler erheblich erschweren, frei nach dem Motto: „Der und der bietet es schon seit Wochen zum niedrigeren Preis auf www.amazon.de bzw. www.ebay.de an …“ Na ja, das Übliche, kennen Sie ja sicher alle bestens aus Ihrem Tagesgeschäft.

Zum allerersten Mal kommt ein Hersteller aus der Deckung und sagt ganz einfach: wenn Du auf diesen beiden Märkten verkaufst, erhältst Du keine Ware mehr von uns liebster Händler.

Ganz schlicht und ergreifend, ergreifend einfach.

Denn bislang haben sehr viele Hersteller genau vor diesem Schritt Angst gehabt bzw. wollten einfach keine juristischen Auseinandersetzungen riskieren, die dann eventuell negativ auf die eigenen Marken zurückschlagen könnten.

Darauf pfeift Adidas mal ganz gepflegt und setzt ein sehr positives Zeichen. Denn der Hersteller sollte doch am längeren Hebel sitzen wenn die Händler permament dessen Preispolitik unterlaufen für den vermeintlich schnellen Euro.

Die eine oder andere Klage gegen dieses Vorgehen wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen, aber wenn am Ende nicht nur die beteiligten Juristen einen pekuniären Gewinn davontragen sollen, will das gut überlegt sein.

Man muss den Herzogenaurachern zu diesem mutigen Schritt einfach gratulieren!